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Presse
21.05.2010, 10:08 Uhr | Kolumne \"Das Wort hat...\" Backnanger Kreiszeitung Übersicht | Drucken
Es grünt so grün

Der fortschreitende Klimawandel markiert eine der zentralen Herausforderungen für die Politik. Nach Analysen der Internationalen Energieagentur (IEA) bedeutet eine hälftige Reduktion der Emissionen bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung und steigendem Wohlstand eine grundlegende und rasche Umstellung der Wirtschaft hin zu einer kohlenstoffarmen Energiepolitik. Damit sind nicht nur die Folgen des Klimawandels weit reichend und komplex, sondern auch die Lösungsoptionen. Ein effektiver Klimaschutz muss sämtliche Chancen ausschöpfen, angefangen von der raschen Verbreitung bereits existierender Technologien über deren Weiterentwicklung bis hin zur Erforschung neuer Ansätze.


 Die Regierungschefs der Europäischen Union wollen die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 % gegenüber 1990 reduzieren. Deutschland geht noch einen Schritt weiter und strebt eine Verringerung um 40 % an und will damit Vorreiter im internationalen Klimaschutz werden. Dieses Versprechen kann allerdings nur dann eingelöst werden, wenn in den Ländern und auf regionaler Ebene an der Realisierung dieses ambitionierten Zieles gearbeitet wird.
 
Aufbruch in eine neue Ära? Dem Klimapakt der EU zufolge sollen im Jahr 2020 10 Prozent aller Kraftstoffe im Verkehr aus erneuerbaren Energien stammen. Nach weit mehr als 100 Jahren Entwicklungsgeschichte des Verbrennungsmotors im Straßenverkehr deutet sich mit der Elektromobilität eine technologische Zeitenwende im Verkehrsbereich an. Die Zukunft heißt Strom? Mit starker medialer Präsenz wird uns vermittelt, dass es bald nur noch Elektroautos auf deutschen Straßen gäbe. Es führen verschiedene Wege in die Zukunft und meiner Meinung nach ist heute noch gar nicht sicher, welche Alternativen sich letztlich durchsetzen. Und auch im Autoland Baden-Württemberg werden die Weichen für die Zukunft gestellt: eine Landesagentur „Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie“ wurde ins Leben gerufen. Die e-mobil BW GmbH als „Dach“ für Elektromobilität, Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik soll als Kommunikationsplattform und Koordinierungsstelle für Wirtschaft und Forschung dienen. Im Kern geht es darum, die Elektromobilität mit ihren Teilaspekten Energiewandlung, Energiespeicherung und –Versorgung, Hybridisierung und Elektrifizierung des Antriebsstrangs, Batterie und Brennstoffzelle sowie Infrastruktur als Zukunftsthema für die nachhaltige Mobilität im Innovationsprozess zu berücksichtigen. Alle wichtigen Akteure und Förderaktivitäten sollen besser verzahnt und insbesondere die kleinen und mittelständischen Zulieferbetriebe noch stärker in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Die e-mobil BW soll als landesweites Netzwerk über Branchen und Technologiegrenzen hinweg, zur noch besseren Positionierung Baden-Württembergs als Forschungs- und Wirtschaftsstandort auf dem Gebiet der Elektromobilität einschließlich des Standortmarketings, zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Imagepflege dienen.
 
Die politischen Ziele und Forderungen nach alternativen Antriebskonzepten und Kraftstoffe beflügeln die Forschung auf diesem Gebiet. Nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit. Die Kardinalaufgabe in Bund und Land liegt nicht nur in der Ausrichtung auf die Elektromobilität mit all ihren Facetten, wie zum Beispiel der Hybridisierung, der Brennstoffzellentechnologie und der Batterietechnik,  sondern auch in der Optimierung des Verbrennungsmotors, der für den Nutzfahrzeugbereich von größter Bedeutung bleiben wird. Auf verschiedensten Wegen wird nach Lösungen gesucht, Diesel und Benzin als Antriebsstoffe zu ersetzen. Baden-Württemberg will neue Konzepte vorantreiben und zur Marktreife zu bringen, denn auch in Zukunft will das Land im Wettbewerb um die Kompetenzführerschaft im Bereich der zukünftigen Mobilität vorne liegen.
 
In Baden-Württemberg ist eine Vielzahl an weltweit renommierten sowie großen, kleinen und mittleren Unternehmen und Forschungsinstituten angesiedelt. Thematisch kann in einmaliger Weise die gesamte Wertschöpfungskette – von der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung, der Bereitstellung der Lade- und Tankinfrastruktur bis hin zu der notwendigen Aus- und Weiterbildung - abgedeckt werden. Das Ziel sind alltags- und massentaugliche Kraftfahrzeuge mit „grünen“ Antriebssystemen.


Ihr Wilfried Klenk
 

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